Der Autor der Gautschi Bücher:

Der Autor Herbert Gautschi    

Herbert Gautschi
 

16. März 1930 - 26. September 2002

 

 


Wie es zu den Bücher kam
 
Aus einem inneren Antrieb und Zuneigung gegenüber seinen Vorfahren heraus begann Herbert 1978, die Spuren seiner direkten Familienlinie in die Vergangenheit zurück zu verfolgen.

 

Die ersten Hindernisse

 

Die älteren Bürgerregister und Kirchenbücher sind in der alten deutschen Schrift geschrieben.
 

Registerauszug in alter deutscher Schrift


Es blieb ihm nichts anderes übrig als die alte deutsche Schrift zu lernen, wobei er sich manchmal wie ein Erstklässler vorkam. Herbert übte anhand der alten Protokollbücher des Turnvereins die verschiedenen persönlichen Handschriften zu entziffern.
 

ABC in der alten deutschen Schrift
Hier das ABC in der alten deutschen Schrift.
(
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"Übersetzung" des Registerauszuges

 

 

Gautschis ohne Ende

 

Als Herbi sich nach seinem „Studium“ wieder an die Kirchenbücher wagte, merkte er, dass es in Reinach Gautschis wie Sand am Meer gab. Wollte er in der Zuordnung der Personen zu der gesuchten Familie sichergehen, blieb ihm nichts anderes übrig als all die unzähligen Gautschis herauszuschreiben und in Verwandtschaften einzuordnen.
Über die Jahre entstand so eine beachtliche Sammlung genealogischer Daten der Reinacher Gautschi.

 

 

Das Buch die Reinacher Gautschi

 

Aufgrund verschiedener Anfragen entschloss er sich mit der Herausgabe eines Buches diese Angaben einer weiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 

 

Das Buch der Gontenschwiler Gautschi

 

Nachdem im Jahre 1990 das Buch der Reinacher-Gautschis zum Verkauf freigegeben werden konnte, liess es ihm keine Ruhe mehr, sein gemachtes Versprechen wahr zu machen, die Gontenschwiler-Gautschis ebenfalls einzureihen und aufzuzeichnen.

 

Lebenslauf von Herbert Gautschi

Herbert Gautschi liebte und schätzte den Kontakt zu seinen Mitmenschen. Es war für ihn eine Selbstverständlichkeit auf andere zuzugehen, ihnen mit Rat und Tat beizustehen, sie aufzuheitern und ihnen eine Freude zu machen oder auch Trost zu spenden. Seine Hilfsbereitschaft und Liebe waren unbegrenzt.

Geboren wurde er am 16. März 1930 als Sohn der Gertrud Gautschi. Zusammen mit seiner Mutter, zwei Onkeln und drei Tanten wohnte er bei seinem Grosi an der Neudorfstrasse in Reinach. Die Mutter, Gertrud Gautschi, arbeitete in der Zigarrenfabrik. Tagsüber betreuten ihn seine Grossmutter und seine Gotte Emmi, die Weissnäherin war. Die verwitwete Grossmutter Albertine musste nebst ihrer Arbeit als Hausfrau und Bäuerin am Abend mit den Andern bei Petrollicht noch in Heimarbeit Tabak ausrippen, um die achtköpfige Grossfamilie durchzubringen. Ungeachtet des grossen Arbeitseinsatzes musste Stück um Stück Land verkauft werden und zuletzt der ganze Hof. Es war für Herbert keine leichte Jugendzeit, ohne Vater aufzuwachsen und auch der zweite Weltkrieg forderte zusätzliche Entbehrungen und Einschränkungen.

Ein Lichtblick für ihn waren sicher die vielen Nachbarskinder. Zusammen mit seiner Cousine Klärli verbrachte er viel Zeit beim Spielen. Sie war für ihn wie eine grosse Schwester.

Die Schulen besuchte Herbert Gautschi in Reinach, wo er in der Sekundarschule seinen Freund Robert Eichenberger kennen lernte.

Im Jahre 1946 wurde Herbert in der Kirche Reinach von Pfarrer Alfons Ernst konfirmiert.

Nach der Schule fand er vorübergehend Arbeit bei der Firma Gautschi, Hobel und Sägewerk, in Reinach, auch bekannt unter dem Namen Babis. Dort arbeitete er 50 Stunden die Woche für einen Stundenlohn von 60 Rappen.

Im November 1945 konnte er bei der Firma Fuchs in Beinwil am See eine Lehre als Bau- und Möbelschreiner antreten. Diese schloss er 1950 mit Bravur ab.

1945 trat er als Aktiver dem Turnverein Reinach SATUS bei. Turnen wurde ihm zum grossen Bedürfnis. Viele Freunde lernte er dort kennen. Bald wurde er zum Jugendriegenleiter gewählt und hatte viel Erfolg.

Im Februar 1950 rückte Herbert in die Grenadierrekrutenschule in Locarno ein. Es waren harte Wochen der Ausbildung, die er dank seiner seriösen Vorbereitung im Turnverein, konditionell sehr gut überstand. Auch unter diesen harten Bedingungen standen für ihn die guten Beziehungen zu seinen Dienstkameraden im Vordergrund.

Von der RS zurückgekehrt fand er Arbeit in Leimbach. Schon nach einem Monat holte ihn der Lehrmeister zurück nach Beinwil am See, wo er ausschliesslich Möbel herstellen durfte.

Ein Jahr danach wechselte er wieder nach Leimbach, nachdem ihm Fritz Oeschger, Kühlschrankfabrikant, einen grösseren Lohn angeboten hatte. Nach 2 Jahren wurde ihm die Führung dieses Betriebes übergeben.

1951 wurde Herbert als Leiter der Turnerinnen gewählt. Es begann alles mit 8 Aktivmitgliedern. Bereits ein Jahr später nahm er mit 16 Turnerinnen am Kreisturnfest in Liestal teil. Sein Ziel und Wunsch war es, einmal einen Damenturnverein von 50 Turnerinnen zu leiten. Dank seiner Kreativität und viel Einsatz war es ihm tatsächlich möglich, an den folgenden Turnfesten und an der 100-Jahrfeier des Turnvereins mit der grössten Damenriege von über 50 Turnerinnen öffentlich aufzutreten. Nicht nur die Grösse, auch die Qualität war ausserordentlich. Die von Herbert geschriebenen Bühnennummern für die Abendunterhaltungen waren weit über die Region hinaus bekannt und lockten unzählige Zuschauer aus nah und fern an. So musste ab 1955 jeweils eine zweite Vorstellung abgehalten werden und dies bei überfüllten Turnhallen. Gerne erinnert man sich an das Ballet "Es liegt was in der Luft" und an "Charli Boy", sowie die Ausdrucksgymnastick zur Musik Nabucco von Verdi, an der 50 Turnerinnen und 7 Turner in 4 Gruppen eingeteilt ein Meisterwerk darboten. Das Publikum verlangte Zugabe um Zugabe.

Der absolute Höhepunkt war der Ententanz zur Melodie von "Sugar Blues", in der ein Enterich um die Gunst seiner Frau wirbt. Nachdem Herbi diese Nummer 1954 zusammen mit seinem Freund Robert Eichenberger vorgetragen hatte, folgten bis 1960 unzählige Auftritte in der ganzen Schweiz, bei denen es Röbi und Herbi immer wieder gelang, das zahlreiche Publikum zu begeistern. Eine Verfilmung dieser Bühnennummer wurde während Wochen im Kinovorprogramm gezeigt.

Beim Turnen und Skifahren lernte Herbert Linda Steiger aus Menziken kennen und schätzen. Sie heirateten am 2. Juli 1955 in der Gotthelf-Kirche in Lützelflüh. Ihr gemeinsames Glück begannen sie im Haus der Eltern Steiger an der Plattenstrasse in Menziken. Herbert und Linda waren überglücklich, als ihnen 1960 ihre Tochter Silvia und 1962 ihr Sohn André geschenkt wurden. Mit der Familie unternahmen sie viele Wanderungen, Reisen und Bergtouren, die in schöner Erinnerung bleiben.

Viel Freude bereiteten ihm auch die Pflege- und Tageskinder Christa, Nada, Ornella und Stefania, die zu einem Teil der Familie wurden.

Nicht nur als Turner vollbrachte Herbi grosse Leistungen, wurde er doch mit dem Kegelclub Sonnenberg 1961 Schweizer-Cup-Sieger und später mit seiner Langlaufgruppe Schweizermeister an den Divisionsmeisterschaften der Armee.

Als Feuerwehrmann war er von 1962 bis 1975 in vielen Einsätzen an vorderster Front. Als Chauffeur, Wachtmeister, Gruppenführer und Zugeteilter im Gasschutz schätzte er die gute Zusammenarbeit mit seinen Feuerwehrkameraden.

Mit seiner Wahl als Instruktor der Reinacher Kadetten begann im Sommer 1961 ein enger Kontakt zu Schülern und Lehrern der Bezirksschule.

Im November 1961 begann für die Familie ein neuer Lebensabschnitt. Herbert und Linda Gautschi wurden als Abwartehepaar des neuen Bezirksschulhauses Neumatt in Reinach gewählt.

In seinem Beruf erfreute sich Herbert Gautschi dank seiner Hilfsbereitschaft und seinem Humor bei Schülern und Lehrern einer sehr grossen Beliebtheit. Generationen von Schülern, welche in der Neumatt ein- und aus gingen, kannte Herbert noch nach Jahren mit Namen. Er war für sie alle mehr, als einfach der Schulhausabwart. Er war der gute Samariter, der Ratgeber, der verständnisvolle Gesprächspartner und für viele der kompetente Skilehrer, Turnlehrer, Kadetten- und Jugend- und Sportleiter gewesen. So war denn auch sein letzter Arbeitstag im Schulhaus Neumatt anlässlich seiner Pensionierung eine ganz grosse und besondere Abschiedsfeier mit Reden, Musik und Gesang. Mit einem Schild um den Hals, auf dem zu lesen stand "Ausser Betrieb" wurde er unter grossem Applaus aller anwesenden Lehrer, Schüler, Behördenmitglieder und Pressevertreter verabschiedet. Sein Humor, sowie die Tatsache, dass er auch schon mal über sich selber lachen konnte, waren schon fast legendär. Spielend fand er immer und immer wieder Zugang zu seinen Mitmenschen.

Nach seiner Pensionierung hat er an der Renovierung und am Ausbau der Häuser seiner ganzen Familie und von Freunden massgeblich mitgeholfen. Er liebte es zu schreinern und zu werken.

Von Haus aus ein gläubiger Mensch schloss sich Herbert Gautschi 1978 mit seiner Familie der Kirche Jesu Christi HLT an. Sein grosser Glaube und seine Überzeugung spiegelten sich nicht in grossen Worten, sondern in seinen Taten.

Herbert lebte nach dem Evangelium und war auf diese Art vielen Leuten immer wieder ein Vorbild. Längst nicht alle wussten, woraus Herbert Gautschi immer wieder seine Kraft und seine echte Nächstenliebe schöpfte. Doch viele spürten es, da war etwas Besonderes an diesem Menschen, das einem zu ihm hinzog und das ihn auszeichnete. Aus dieser Quelle stammte auch seine Liebe zu seinen Vorfahren, welche ihn zu einem begeisterten Ahnenforscher werden liess.

Über die Jahre entstand eine beachtliche Sammlung genealogischer Daten der Reinacher, Gontenschwiler und Gränicher Gautschi.

Aufgrund verschiedener Anfragen entschloss er sich, diese Angaben einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. An den drei Gautschi-Treffen kamen Hunderte von Gautschis aus aller Welt zusammen, um mehr über ihre Vorfahren und deren Nachkommen zu hören.

Mit der Herausgabe der Reinacher und Gontenschwiler Gautschibücher gelang es ihm auf einfache Weise aufzuzeigen, wie die Gautschi Familien miteinander verwandt sind.

Auch Neuem gegenüber war er sehr aufgeschlossen, so nutzte er den Computer intensiv für seine Ahnenforschung. Internet und E-Mail waren keine Fremdwörter für ihn. Er freute sich über den Internet-Auftritt unter www.gautschi.ch.

Zu seinen grossen Freuden zählten seine vier Grosskinder Adina, Sonia, Gabriel und Daniela. Er verstand es auf faszinierende Weise mit Kindern umzugehen.

Bis zu letzt bemühte er sich auch körperlich fit zu bleiben, so freute er sich immer auf die Lektionen im Fitnesscenter.

Ein begnadeter Organisator und stiller Schaffer hat uns am 26. September 2002 verlassen. Seine Arbeiten in Vereinen, Kommissionen, Schule, Feuerwehr, Kirche und nicht zuletzt als Initiant der vielbeachteten Gautschitreffen verhalfen Herbert Gautschi zu einem überaus grossen Bekannten- und Freundeskreis. Wer irgendwann und irgendwo mit Herbert unterwegs war, konnte sicher sein, dass es plötzlich aus einer Richtung tönte "Hoi Herbi".

 

 

 

"Übersetzung" des Registerauszuges (aus der alten deutschen Schrift)

 
 dito

 Rynach

 

 dito

 
Johannes Gautschi

des Johannes Gautschi und der Maria
Buhofer, beiderseits von Rynach, ehelich
Kind, so 2 Jahr, 3 Monath und 6 Tage alt

8 ten Augusti  Heinrich Gautschi